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Reisebericht aus Marokko -
Träume aus Tausend und einer Nacht

Die Anreise

Flughafen Agadir Al-Massira: nach 4 Stunden Flug mit Ryan Air gehen die Türen unseres Fliegers auf, es ist wolkenlos bei 27° C. Wir freuen uns auf eine Woche an der marokkanischen Atlantikküste, wollen orientalischen Flair genießen und eintauchen in die Welt von 1000 und einer Nacht.

Wir, das bin ich mit meiner Familie sowie meine Freundin Belinda nebst Tochter und Lebensgefährten. Nach zügiger Abfertigung am Zoll treffen wir vor dem Flughafen wie verabredet unseren Vermieter Hassan. Er übergibt uns den Mietwagen und schon geht's los. Nachdem wir mit Hassans überragenden Lotsendiensten Agadir Stadt passiert haben, geht's nun auf der Küstenstraße Richtung Norden. Ein Traum aus blauem Himmel und türkis-grünem Meer. Das entschädigt uns auf imposante Art und Weise für den Aufbruch in den frühen Morgenstunden.



Die Ankunft

Dann, nach 30 km Fahrt, erreichen wir das kleine Fischerdorf Immiouddar. In einer kleinen Seitenstraße gelegen, rund 200 m vom Strand entfernt, befindet sich unser Urlaubsquartier, das Apartmenthaus Bouhessa. Und wir staunen nicht schlecht: im landestypischen marokkanischen Stil eingerichtet, hat jede Familie ein geräumiges Apartment für sich.

Die Kinder entdecken natürlich zuallererst den Pool hinterm Haus und machen sich stehenden Fußes badefertig, während wir Erwachsenen uns vor dem Auspacken zunächst einmal von Hassan zu einer Tasse Tee mit Gebäck auf der Sonnenterrasse auf dem Dach des Hauses einladen lassen. Die Seele baumelt im Takt der kreischenden Möwen: wir sind angekommen – Urlaub!

Am Nachmittag erkunden wir das Dorf, laufen hinunter zum Strand. Um den beschaulichen Fischereihafen als Zentrum des Dorfes herum haben sich viele kleine Häuser, einige mit kleinen Geschäften und Handwerksbetrieben, angesiedelt. Im Dorf gibt es alles Lebensnotwendige und Dinge des täglichen Bedarfs: Lebensmittel, Getränke, Brot, Obst, Fleisch, Fisch, Gemüse etc. - wir entscheiden uns für frisch gefangenen Fisch, abends von Hassan auf köstliche Art und Weise zubereitet. So sitzen wir nach einem phänomenalen Sonnenuntergang in Gelb, Orange und Gold zusammen auf der Terrasse und lassen den ersten Tag gemütlich bei einem Glas Rotwein ausklingen. Lange nachdem der Muezzin zum letzten Gebet des heutigen Tages aufgerufen hat, fallen auch wir hundemüde ins Bett.

Tag 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir Tags darauf in voller Bademontur die rund 200 Schritte zum „Paradis Plage". Uns erwartet ein wirklich toller Sandstrand, ca. 3 km lang, bis zu

200 m breit und - wie ihn auch die Nordsee nicht besser hätte hervorbringen können. Allerdings mit einem kleinen und sehr angenehmen Unterschied: es ist hier mitten im Oktober wolkenlos, bei 27° C weht eine leichte Brise aus Nordwest und bringt Abkühlung. Die Wassertemperatur dürfte etwa 20° C betragen. Der Wellengang mit 1-2 m hohen Wellen lädt zum sofortigen Besuch des atlantischen Ozeans ein, die Kinder sind außer sich, wir Eltern stehen dem ebenfalls in nichts nach. Wir quieken, kreischen und fühlen uns einfach nur wohl. Herrlichkeit, was willst Du mehr!

Voraus die unendlichen Weiten des Ozeans, hinter uns die Ausläufer des Anti Atlas, eines der drei Hauptgebirge in Marokko. Nach unserer ersten Erfrischung im Meer begeben wir uns zurück zu unseren, für kleines Geld gemieteten, Strandliegen und Sonnenschirmen. Abends sind wir in einem einheimischen Restaurant und genießen mit Blick aufs Meer die marokkanische Garküche, Targine genannt. Fleisch, Fisch, Reis und Gemüse in allen Variationen, einfach nur lecker. Es ist Nacht, die Zeit steht still, es ist ziemlich dunkel und sehr ruhig im Ort. Der Muezzin ruft alsbald wieder einmal zum letzten Gebet des Tages, wir schauen in den besonders intensiv strahlenden Sternenhimmel und entdecken neben den üblichen Sternbildern auch so manche Sternschnuppe und vorüberziehende Satelliten.

Am nächsten Tag unternehmen wir mit unserem Vermieter einen Ausflug ins Hinterland. Ziel sind die bekannten Wasserfälle von Imouzzer. Mit zwei Autos geht's zunächst auf der Küstenstraße Richtung Agadir, bevor wir im sogenannten Bananendorf nach Osten ins Landesinnere abbiegen. Und sehen bald eine kolossale Naturlandschaft. Unterwegs in einem tief eingeschnittenen, in Jahrmillionen entstandenen Canyon erleben wir eine karge, spärlich bewachsene, aber atemberaubend schöne Berglandschaft mit imposanten Tafelbergen, zum Teil in bizarrer Form und Gestalt. Immer wieder machen wir Halt an den zahlreichen Oasen, die sich wie an einer Perlenkette aufgereiht durch das Flusstal ziehen. Unter dichten Palmdächern baden wir unsere Füße im eiskalten Wasser und erfrischen uns bei leckerer Limonade.

Es ist ein grandioser Ausflug, vereinzelt liegen kleine Dörfer an unserer Straße oder hoch oben an den steilen Berghängen. Kleine Mädchen und Jungen winken uns zu. Schließlich eine Kamelherde ungeahnten Ausmaßes, vielleicht 500, 600 Tiere wild verstreut in der Prärie. Noch nie zuvor habe ich so viele Kamele auf einem Fleck gesehen, ich bin sprachlos. Nach drei Stunden Fahrt dann eine Zwangspause, Hassans Auto hat Probleme mit dem Kühler. Wir nutzen die Pause zu einer Einkehr in einem netten Restaurant im nahegelegenen Bergdorf. Hier genießen wir in entspannter Atmosphäre einen herrlichen Fernblick und die hausgemachte Targine. Die Wasserfälle von Imouzzer erreichen wir zwar nicht mehr, dennoch war es ein schöner Ausflug, der mit einem erfrischenden Bad im Meer in unserem Heimatdorf Immiouaddar einen krönenden Abschluss findet.

Bevor wir uns zum Höhepunkt unserer Reise aufmachen, erleben wir noch einen herrlichen Bade- und Strandtag am „Paradis Plage". Dann, die Hälfte unseres Urlaubs ist fast vorbei, geht es los zu einem 2-tägigen Trip in die alte Königsstadt Marrakesch. Von Agadir aus fahren wir auf der von deutscher Hand gebauten Autobahn rund 300 km in die marokkanische Metropole. Die Landschaften wechseln. Die Fahrt durch Anti Atlas und Hohen Atlas gleicht einer Sinfonie in Rot und Grün: rote Erde und roter Fels sind durchzogen von Arganbäumen in sattem Grün – die Landesfarben von Marokko. In der Hochebene von Marrakesch dann ein ganz anderes Bild - unendliche Weiten in kargem, wüstenhaften Terrain, die schneebedeckten 4000er des Hohen Atlas im dunstigen Hintergrund.

Wir verlassen die Autobahn, fahren auf der Landstraße weiter Richtung Marrakesch. Es wird voll auf der Straße, sehr voll, sehr belebt, mit abenteuerlich anmutenden Verkehrs- und Lenkmanövern der anderen Verkehrsteilnehmer. Wir erreichen die Vororte der altehrwürdigen Königsstadt. Menschen, Tiere, Autos, Verkehr überall, es ist laut, die Luft staubig. Wir sehen Armut, einfachste Lebensverhältnisse, aber im Kontrast dazu lebenslustige und zufrieden aussehende Bewohner auf den Straßen der Vorstädte.

Wir rücken aufs Zentrum vor, die Sonne ist gerade untergegangen, Rushhour in Marrakesch. Es wird voll, voller und laut, Theater pur, Hektik, Gezeter, 6-spurig im Schneckentempo, das Flair wird mondäner, im Zentrum herrscht Luxus – die Stadt lebt, sie bebt, steht niemals still. Wir beziehen unser Domizil für heute Nacht, eine 3-Zimmer-Wohnung mitten in der Stadtmitte. Hassan hat seine ausgezeichneten Kontakte genutzt und uns kurzfristig eine Bleibe organisiert. Von hier aus machen wir uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt mit dem Jemnia El-Fna, dem Platz der Gehängten, als Mittelpunkt. Hier findet allabendlich ein riesiger Markt und Rummel statt, mit Gar- und Teeküchen, fliegenden Händlern, Gauklern, Märchenerzählern, Schlangenbeschwörern, Musik- und Folkloregruppen und vieles andere mehr. Das Herz von Marrakesch, es schlägt. Pulsierendes Leben, Menschenmassen, Ausgelassenheit, orientalische Düfte, diffuses Licht. Wir essen und stärken uns und staunen, ob dieses unaufhörlichen Treibens hier. Den Platz der Gehängten kreuzen wir immer wieder, ein Besuch im Souk müssen wir auf den nächsten Tag verschieben, zu vorgerückter Stunde hat der Basar schon geschlossen. Wir laufen weiter durch die Stadt und können uns nicht satt sehen an orientalischer Urbanität und Lebensweise. Weit nach Mitternacht geht es mit einer Kutschfahrt durchs nächtliche Marrakesch zurück zu unserem Quartier. Dank „Ohropax" dürfen wir erholsam schlafen, denn – wie gesagt – die Stadt steht nie still.

Anderntags noch mal gemütlich in die Altstadt, sitzen nach ausgiebigem Rundgang durch den Basar im Café de France direkt am Jemnia El-Fna. Nach dem obligatorischen Besuch der Königspaläste verlassen wir die Megacity am Nachmittag und genießen in vollen Zügen Ruhe und Eintönigkeit einer „deutschen" Autobahn. Zurück in Immiouddar erleben wir dann verdientermaßen einen herrlichen Sonnenuntergang beim Baden im Meer – ein Traum.

Nach soviel Erlebnissen und Eindrücken sind unsere beiden restlichen Urlaubstage schnell erzählt. Wir verbringen geruhsame und genussvolle Tage am Strand von Immiouddar, lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen, toben ausgelassen im Atlantik oder schlendern gemütlich am Strand. Sonne, Sand und Meer – Herz was willst Du mehr?

Am Abend vor unserer Abreise werden wir noch einmal von Hassan, unserem liebenswerten und hilfsbereiten Vermieter und mittlerweile auch Freund nach allen Regeln der Kunst kulinarisch verwöhnt, bei einem hervorragendem Cous-Cous-Galadiner. Würdiger Abschluss einer genauso aufregenden wie erholsamen Urlaubswoche, an deren Ende für uns alle feststeht: Wir kommen bestimmt wieder zurück ins Apartment Bouhessa im beschaulichen Immiouddar.

Aufgeschrieben von Hannah L. am 10.11.2012

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